Wie entsteht Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen? Wie entwickeln sich Konflikte zu Mobbing – und wie können pädagogische Fachkräfte frühzeitig und professionell handeln? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich die 9. Fachtagung der Plattform Prävention, die am 8. Oktober 2026 an der Pädagogischen Hochschule Kärnten stattfand.
Die Plattform Prävention des Magistrat der Stadt Klagenfurt ist ein gemeinsames Netzwerk, das Fachstellen, Institutionen und Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen miteinander verbindet. Ziel ist es, Prävention und Gesundheitsförderung in Klagenfurt zu stärken, Wissen zu bündeln und den fachlichen Austausch zu fördern. Die jährliche Fachtagung bietet dabei eine Plattform, um aktuelle Themen aufzugreifen, wissenschaftliche Erkenntnisse mit der Praxis zu verbinden und konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu vermitteln.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand das Thema Gewaltprävention. Neben dem bunten ‘Marktplatz’, bei dem sich die Teilnehmer:innen bei zahlreichen Institutionen zu Jugend- und Gesundheitsthemen informieren und austauschen konnten, widmeten sich drei Impulsvorträge unterschiedlichen Facetten des Themas. Eröffnet wurde die Tagung durch Stadrat Franz Petritz, Willi Erlacher vom Institut für Bildungswissenschaften an der PH Kärnten sowie Barbara Schreier-Schmid als Organisatorin, die Moderation übernahm Martina Klementin.
Sebastian Gölly beleuchtete Ursachen und Dynamiken von Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen. Dabei ging er unter anderem auf diverse ‘Risikofaktoren’ ein und gab Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse. Anschließend zeigte Karin Erne-Siding auf, wie sich Konflikte zu Mobbing entwickeln können. Im Fokus standen das frühzeitige Erkennen von Warnsignalen sowie konkrete und praxistaugliche Möglichkeiten, um betroffene junge Menschen zu unterstützen und Mobbing nachhaltig vorzubeugen. Den Abschluss bildete der gemeinsame Impuls von Brigitte Jenull und Barbara Hanfstingl. Unter dem Titel „Von der Forschung zur Haltung“ stellten sie aktuelle Erkenntnisse der Präventionsforschung vor und richteten den Blick auf die eigene professionelle Haltung sowie auf Möglichkeiten, Gewaltprävention nachhaltig im pädagogischen Alltag zu verankern.
Die Fachtagung machte deutlich: Wirksame Gewaltprävention braucht Wissen über Ursachen und Dynamiken ebenso wie eine reflektierte professionelle Haltung und konkrete Handlungskompetenz.
Die Pädagogische Hochschule Kärnten freut sich, als Kooperationspartner auch Gastgeberin dieser wichtigen Veranstaltung gewesen zu sein und damit den Austausch zwischen Wissenschaft, pädagogischer Praxis und Präventionsarbeit zu unterstützen.
Fotokennung: PHK/ Obmann
